Kapitel 14 – In Feindeshand

Abgrundtief wütende Schreie schallen durch den finsteren Raum: „Nein! Das wird er nicht gewagt haben!“ „Doch, Meister, er hat Euch verraten“, krächzt eine unterwürfige Stimme. Erneut ist ein lauter, angsteinflößender Wutschrei zu hören. Mit ihm entzünden sich zahllose Fackeln, dessen Flammen sich durch den Ausstoß des Schreies zu riesigen Feuersäulen auftürmen. Heres sitzt mit wutverzerrter Mine auf seinem Thron, während Ignar zu ihm spricht: „Mitten im Kampf hat sich Nekomaru auf die Seite dieses Nekromantenjungen Xenos geschlagen. Es gab nicht einmal einen erkenntlichen Grund. Euer Sohn hat ihnen verraten, was zu tun ist, um die Weltenbrücke zu schließen. Er steht nun auf der Seite der Menschen und ist fortan unser Feind. Er ist ein Verräter!“ Heres knirscht mit seinen Zähnen: „Ich kann das nicht glauben. Mein Sohn würde mir so etwas niemals antun. Er stand mir immer treu beiseite. Ich habe ihn aufgezogen, gelehrt und geprägt. Alles habe ich für ihn getan. Und wie dankt er mir? Er schließt sich dem Feind an! Ich will das nicht glauben. Warum kann keiner der anderen Dämonen etwas darüber sagen?“ „Oh, das ist ganz einfach, Meister“, heuchelt der kleine, dicke Dämon: „Es geschah abseits des Kampffeldes. Erst kämpften die beiden Kinder mitten im Getümmel, aber sie entfernten sich immer mehr. Ich bin natürlich meinem ehemals besten Freund Nekomaru gefolgt um ihm zur Seite zu stehen. Doch kaum waren wir weit genug weg, verbrüderten die beiden sich plötzlich und erhoben ihre Waffen gegen mich. Ich habe mein Bestes gegeben, Nekomaru vom schlechten Einfluss des Menschenjungen zu bereinigen, doch er blieb stur. Zusammen waren sie meiner Stärke überlegen. Ich habe sie zwar ordentlich geschwächt, doch mir blieb nichts anderes übrig als mich zurückzuziehen. Nur knapp konnte ich entkommen. Daraufhin müssen sie sich mit ihren Verbündeten getroffen haben, die aus dem Nichts zur Unterstützung nahten. Nekomaru muss ihnen dann verraten haben, wie man das Tor schließt. Und ab hier kennt Ihr die Geschichte: Unsere Kräfte schafften es nicht, das Tor zu verteidigen, weil sie sich zu sehr auf die einzelnen Kämpfe fokusierten. So gelang es einigen der Menschen auf die andere Seite zu gehen und die Abyss-Ebene zum Zusammenbruch zu bringen. Das war ein schwerwiegender Fehler, der unseren Streitkräften dort passiert ist, und das darf nicht noch einmal passieren.“

Heres schüttelt den Kopf: „Das ist nicht das Wichtigste! Es ist wesentlich schlimmer, dass wir Nekomaru verloren haben. Wenn er sich wirklich den Menschen anschließt, bedeutet das für uns einen enormen Rückschlag. Er kennt viel zu viele entscheidende Informationen. Er ist mein Kind. Das hätte ich von ihm nie erwartet. … Ich kann dir einfach nicht glauben, Ignar.“ Mit diesen Worten erhebt er sich aus seinem Thron und geht hinüber zu seiner Kristallkugel: „Wenn er sich ihnen wirklich angeschlossen hat, müsste er jetzt mit ihnen in Götterruh sein und ihren unverdienten Sieg feiern. Zeig mir Nekomaru in Festung Götterruh!“ Unmittelbar danach entsteht ein Bild auf der Kugel. Nekomaru liegt schlafend in einem Futon auf dem Boden. Um ihn herum stehen viele verschiedene Personen, mit besorgten Gesichtsausdrücken. Unter anderem Xenos, Guren und auch der Kaiser höchstpersönlich. Erneut stößt Heres einen markerschütternden Wutschrei aus. Voller Zorn schleudert er die Kristallkugel vom Podest, welche aufschlägt und klirrend zu feinstem Staub zerfällt. „Mein Sohn, mein Ein und Alles, hat mich wirklich hintergangen.“

Zurückgelassen in der Welt der Lebenden, schläft Nekomaru noch immer. „Sobald er aufwacht, wird er uns angreifen“, wirft Xenos in den Raum, in dem noch immer Guren, der Kaiser und einige weitere Personen stehen. „Was schlägst du vor“, möchte Kaiser Aerton Gredius von dem Jungen wissen. „Eigentlich dürfe es reichen zu verhindern, dass er an seine Sense kommt oder sie nutzen kann.“ „Du meinst eine Art Sigil, das Magie unterdrückt, oder eine Barriere“, versucht der alte Kaiser zu verstehen: „Mir ist nicht bekannt, dass wir etwas derartiges haben.“ Guren mischt sich ein: „Dann machen wir es auf die gute alte Art und legen ihm einfach Fesseln um die Hände.“ Xenos und Aerton nicken. Dann äußert sich eine Nachtwacht-Soldatin: „Warum machen wir uns solche Mühe? Er ist unser Feind. Auch wenn er nur ein Kind ist, haben wir ja bereits gehört, wie gefährlich er ist. Es wäre am sichersten ihn einfach zu töten, bevor er wieder zu Bewusstsein kommt. Ihn hier zu haben ist nur ein unnötiges Risiko für den Kaiser.“ „Ihr habt durchaus recht“, pflichtet ihr der Kaiser zu: „Doch bedenkt, dass es nicht das einzige ist, was Xenos über diesen Jungen erzählt hat. Von seinen Leuten wurde er verraten. Wenn wir ihn auf unsere Seite ziehen können, erfahren wir sicher noch das ein oder andere über das Reich der Toten. Solche Informationen sind für uns von großer Wichtigkeit.“ Xenos stimmt dem Kaiser zu und nimmt Nekomaru ebenfalls in Schutz. Die Soldatin senkt den Kopf und akzeptiert die Entscheidung ihres Oberhauptes.

Erst am nächsten Morgen gibt Nekomaru den Anschein zu erwachen. Rund um die Uhr hat man ihn nicht allein in dem kleinen Zimmer gelassen. Er steht unter ständiger Bewachung. Als er sich schließlich regt, befinden sich Guren und Xenos im Raum. Der blondhaarige Junge stöhnt und öffnet langsam die Augen. Xenos und Guren sind gespannt und sitzen links und rechts neben seinem Futon. Plötzlich reißt der Dämonenjunge erschrocken die Augen weit auf. Sofort stößt er sich vom Boden ab, um wieder auf die Füße zu kommen und etwas Abstand zu gewinnen. Er stößt gegen die massive Wand, welche lediglich einen Fußschritt von seinem Schlafplatz entfernt steht. Durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit seines gefesselten Oberkörpers kann er sich nicht ausbalancieren und stürzt wieder zu Boden. Er setzt sich auf und beginnt sich zu winden, um seine Fesseln abzustreifen. „Beruhige dich erstmal“, versucht Xenos seinen Rivalen zu besänftigen: „Ich werde nicht gegen dich kämpfen.“ „Ich aber gegen dich“, schreit Nekomaru. „Lass mich dir helfen“, redet Xenos weiter auf seinen Altersgenossen ein: „Deine angeblichen Freunde haben dich verraten. Du hast derzeit niemanden mehr und bist theoretisch unser Gefangener. Also hör auf dich so aufzuführen!“ „Wenn das so ist, dann töte mich! Niemals werde ich mich euch niederen Menschen unterwerfen.“ „Niemand verlangt von dir, dass du dich unterwirfst. Auch unser Gefangener sollst du nicht sein. Es würde uns allen besser gefallen dich als Gast zu sehen.“ Nekomaru versucht Xenos‘ Worten zu folgen. Seine Gegenwehr nimmt ab. „Ich weiß, du willst es nicht hören, aber dein Freund Ignar meinte selbst, du seist ein Mensch. Wenn doch nicht mal die Dämonen dich als einen von ihnen anerkennen, warum denkst du dann nicht darüber nach, ob an deinem Standpunkt nicht alles Wirklichkeit sein kann? Warum belügst du dich selbst?“ Nekomaru wird wütend: „Ich bin ein Dämon! Nur weil ich aussehe wie ein jämmerlicher Mensch heißt das nicht, dass ich einer bin!“ Dann wird Nekomaru leiser und stellt seine Befreiungsversuche ein. Er ruft sich Ignars Worte ins Gedächtnis und die der vielen anderen Dämonen in all den Jahren, die ihn diskriminiert und als wertlosen Menschen bezeichnet haben. Nekomaru verletzen diese Erinnerungen. Sie schlagen ihn nieder. „Ich bin kein Mensch“, murmelt Nekomaru mit hängendem Kopf. Xenos und Guren schweigen.

Plötzlich beginnt Nekomarus Bauch zu knurren. Der Junge erschreckt vor sich selbst und kann sich nicht erklären, was mit seinem Körper nicht stimmt. Mit seinen zusammengebundenen Händen fasst er ihn an: „Ich glaube, ich sterbe! Ich bin schon viel zu lange hier. Mein Körper löst sich sicher auf!“ Todesangst steigt in dem Jungen auf. Xenos und Guren schauen sich ungläubig an. Schließlich erhebt sich Guren: „Du hast nur Hunger. Kein Wunder, wenn man drei Mahlzeiten verschläft. Ich hole dir etwas Leckeres.“ „Hunger?“, fragt sich Nekomaru. „Menschen müssen essen um zu überleben“, erklärt ihm Xenos: „Wenn sie nicht essen, beginnt ihr Bauch zu schmerzen und zu knurren. Das ist ganz normal. Keine Sorge.“ „Ich brauche sowas nicht! Dämonen essen rein zum Genuss.“ Xenos zuckt sarkastisch mit den Schultern: „Dann weiß ich nicht, warum sich dein Körper gerade verhält wie der eines Menschen.“ Nekomaru schweigt. Schon kommt Guren zurück. Sie bringt ein Tablett ins Zimmer und stellt es langsam vor Nekomaru. Auf ihm steht eine kleine Schale Hühnerbrühe und eine Schüssel Pudding sowie ein Glas Saft. Sie löst Nekomarus Fesseln, um ihm das Essen zu ermöglichen. „Nicht“, versucht Xenos sie abzuhalten, als sich Nekomaru auch schon losreißt, aufspringt, Kampfhaltung einnimmt und wartet, dass seine Sense in seinen Händen erscheint. Nichts passiert. Guren lächelt und zieht ein Schriftstück aus ihrer Tasche, welches sie Xenos überreicht: „Tenzo hat es geschafft. Solange das Sigil auf dem Papier aktiv ist, sind in einem bestimmten Radius alle Waffenverzauberungen inaktiv. Schnell greift Nekomaru unter seinen Umhang hinter seinen Rücken. Guren und Xenos schauen ihn an. Er zögert. Schließlich nimmt er seine Hand wieder hervor und lässt sich zu Boden, vor das Tablett, fallen. Vorsichtig nimmt er den Löffel und kostet die ihm gebrachte Suppe. Anschließend kostet er erneut und schon löffelt er die ganze Suppe hastig aus. Auch den Pudding probiert er und ist sofort begeistert: „Was ist das?“ „Vanillepudding“, antwortet Xenos. „Das schmeckt wirklich gut. Es schmeckt so … so …“ „Süß“, vervollständigt Xenos Nekomarus Satz. Nekomaru nickt und löffelt die gesamte Süßspeise in wenigen Augenblicken aus.

Plötzlich wird Nekomaru rot und greift sich erneut an den Bauch direkt über der Hüfte. Er beugt sich nach vorn und hält seinen schmerzenden Bauch. Xenos ist irritiert: „Was ist los?“ „Mein Bauch drückt so.“ „Hast du zu viel gegessen?“, fragt Xenos: „So viel war es doch gar nicht.“ Noch immer ist Nekomaru rot: „Nein, diesmal ist es weiter unten. Ich glaube ich platze!“ Dann wird es Xenos klar: „Du musst pinkeln!“ Guren schüttelte lächelnd den Kopf und beginnt ihre Diagnose zu erläutern: „Nein, ganz falsch. Es ist doch ganz klar, dass er verliebt ist, wenn es unten drückt.“ Xenos wird stutzig und reagiert unverständig: „Was für ein Quatsch ist das denn? In wen denn bitte?“ Guren rückt an Nekomarus Seite und umschließt ihn mit den Armen: „In mich natürlich. Das muss dir nicht peinlich sein Nekomaru. Das ist ganz normal.“ Ungläubig schaut Xenos zu Guren und seufzt: „Er muss eindeutig auf die Toilette.“ „Toilette“, fragt Nekomaru sichtlich unwohl. „Genau wie das Essen gehört auch der Toilettengang zum Leben dazu.“ „Das war im Reich der Toten nie so.“ „Vermutlich werden menschliche Bedürfnisse im Totenreich pausiert“, versucht Xenos zu interpretieren: „Das ist auch der Grund dafür, dass du nie essen oder dich erleichtern musstest. Hier in der Welt der Lebenden reaktiveren sich die normalen, lebenswichtigen Funktionen aber wieder. Da du dieses Mal schon so lange hier bist, wird dein Körper mit der Verdauung wieder begonnen haben und du erlebst dadurch erstmals solche Gefühle.“ „Na gut“, bringt sich Guren wieder ein: „Dann werde ich ihm wohl auf der Toilette helfen.“ Sie steht auf und geht zur Tür. Wieder schaut Xenos sie mit Unverständnis an: „Nein! Was ist denn heute los mit dir? Er ist alt genug, das wird er schon allein schaffen.“ „Ich weiß nicht“, lächelt Guren breit: „Er ist einfach so süß. Wie ein Baby. Hilfsbedürftig und unbeholfen eben. Außerdem dürfen wir ihn gar nicht allein lassen.“ Xenos murmelt: „Jetzt weiß ich wieder, warum ich immer so ein ungutes Gefühl bei ihr habe. Sie behandelt einen ständig wie ein unbeholfenes Kleinkind und verfolgt einen auf Schritt und Tritt.“ „Was?“, fragt Guren. „Schon gut. Aber ich werde ihn begleiten. Du bist viel zu aufdringlich und bringst ihn in Verlegenheit. Wir müssen nicht an ihm kletten. Es reicht, wenn wir in seiner Nähe bleiben. Denk an die Rede des Kaisers. Wir treffen uns dann dort.“

Der Kaiser spricht schon, als sich schließlich auch Xenos und Nekomaru in die Reihen der Soldaten stellen. So nah am Kaiser, seinem Ziel, zu sein, lässt Nekomaru anspannen. Wenn er ihn jetzt tötet, kann er allen beweisen, dass er stark ist und sein Vater wird stolz sein. „Untersteh dich, aus der Reihe zu fallen“, flüstert Xenos ins Ohr des Blondhaarigen. Doch Nekomaru versteht auch, dass es sein Ende wäre, jetzt zuzuschlagen. Wohl oder übel ist der Junge gezwungen jetzt stillzuhalten. In der Rede ehrt der alte Kaiser die Gefallenen der gestrigen Schlacht und zeichnet vor allem den mutigen Stoßtrupp der 10. Legion aus, der sich durch das Portal wagte und so die entscheidende Wendung brachte, dies aber mit dem Leben bezahlte. Nach der Rede bittet der Kaiser Xenos, Nekomaru, Tenzo und Guren in seine Gemächer.

Dort angekommen, setzen sie sich an die große Tafel. Einige Nachtwacht-Soldaten stehen an den Wänden. Xenos achtet genau darauf, dass Nekomaru weit ab des Kaisers Platz nimmt. Schon draußen spürte er die Mordlust, die Nekomaru gegenüber dem Kaiser hat. „Ich möchte euch allen noch einmal herzlich danken, dass ihr den beschwerlichen Weg auf euch genommen habt, um euer Wissen mit uns zu teilen und uns zu warnen. Hätten wir von dem Angriff der Dämonen nichts gewusst, hätten wir keinerlei Chance gehabt. Hierfür möchte ich euch auszeichnen.“ Aus einer Innentasche seiner Kleidung zieht er drei Dokumente und erhebt sich: „Xenos, mein Junge, tritt doch bitte zu mir vor.“ Xenos folgt seiner Bitte und stellt sich vor den ehrwürdigen Kaiser. Leicht geht der Kaiser in die Hocke, um ungefähr auf Augenhöhe mit dem Jungen zu kommen: „Damals in der Kaiserstadt erhieltest du bereits ein provisorisches Schreiben von mir, das dir keinen Rang anerkannte, doch die Rechte eines hohen kaiserlichen Magiers verschaffte. Mit diesem offiziellen Schreiben möchte ich dir nun einen Rang verleihen, der deine Rechte weiter erhöht. Hiermit verleihe ich dir den Rang des Magisters. Für jeden Magier des Kaiserreiches ist es ein Lebenswunsch, einmal zum Magister aufzusteigen. Trage diesen Titel mit Stolz! Du bist der jüngste Magister, den es in der Geschichte des Kaiserreiches je gegeben hat. Er erlaubt dir, in einer Stadt eine Magiergilde zu gründen und zu leiten. Viel wichtiger ist aber, dass der Rang des Magisters gleichzusetzen ist mit dem militärischen Rang eines Kommandeurs. Du suchst noch immer nach deiner Schwester. Dies ist den kaiserlichen Truppen angesichts der schweren Lage leider nicht mehr möglich. Durch die umfangreichen Befugnisse sind dir nun hoffentlich einige Hürden genommen. Doch solch ein hoher Rang verlangt auch hohe Verantwortung. Ich bin mir sicher, dass du ihr gerecht wirst.“ Aerton Gredius reicht Xenos eine der wertvollen Urkunden mit dem Siegel des Kaisers. „Habt dank“, nimmt Xenos das Dokument an sich und deutet eine leichte Verbeugung an, bevor er an seinen Platz zurückkehrt. Nekomaru sitzt still, doch ihm ist anzusehen, dass ihm diese Situation zuwider ist und sich eine ungeheure Wut in ihm breitmacht. „Tenzo und Guren. Tretet bitte vor.“ Auch sie kommen der Bitte des Kaisers nach. „Wir kennen uns noch nicht allzu lange. Dennoch habe ich einiges über euch erfahren. Auch in der Schlacht habt ihr Mut und Loyalität bewiesen. Dies soll nicht ungeachtet bleiben. Ich bin mir sicher, euer Schicksal wird für diese Welt von Bedeutung sein. Aus diesem Grund möchte ich euch den politischen Rang eines Botschafters verleihen. Tragt auch ihr diesen Titel mit Stolz. Er gibt euch einige höhere Befugnisse, die sich vor allem auf die Reisefreiheit beziehen. Von nun an werden Grenzen und Sperrgebiete kein Hinderniss mehr sein. Erweist dem Kaiserreich und auch dem Jungen weiterhin eure Treue. Eure Wege sind miteinander verknüpft. Er wird euch brauchen.“ Auch sie nehmen würdevoll das Dokument entgegen und verbeugen sich mit größtem Respekt.

„Doch nun“, beginnt der Kaiser zu allen zu sprechen: „sagt mir, was wird jetzt euer Weg sein?“ „Mal schauen, wo mich der Wind hintreibt“, lehnt sich Guren glücklich zurück und nimmt die Hände hinter den Kopf. Tenzo räuspert sich: „Ich werde in meine Heimat zurückkehren. Dort soll es ebenfalls in den letzten Wochen zu Zwischenfällen gekommen sein.“ Besonderes Interesse bringt Kaiser Gredius Xenos und Nekomaru entgegen: „Was werdet ihr tun? Wie sieht euer Weg aus? Du hast dich entschieden deinen Feind zu retten und zu schützen und gehst damit wissentlich ein großes Risiko ein, dem du nicht nur dich aussetzt, sondern auch das Kaiserreich. Doch ich schätze deine Entscheidungen und Taktiken und dulde diese Gefahr.“ Nekomaru knirscht mit den Zähnen und würde den Kaiser am liebsten hier und jetzt vernichten. Er ist mit Hass erfüllt, der sich nicht nur gegen Xenos, den Kaiser und die anderen Lebenden richtet sondern auch gegen Ignar, die anderen Dämonen und auch gegen sich selbst. „Darüber habe ich bereits nachgedacht“, überlegt Xenos: „Ich werde mit Nekomaru an einen Ort reisen, an dem Heres uns niemals vermuten wird, da es keinen Anhaltspunkt gibt, warum wir dort sein sollten. Dort werden wir uns erstmal verstecken. Wenn dieser Ignar und seine Verbündeten erfahren, dass Nekomaru überlebt hat, werden sie sicher versuchen ihn loszuwerden, um Ignars Lüge, dass Nekomaru in der Schlacht gefallen ist, aufrecht zu erhalten.“ Der Kaiser nickt freundlich und verständnisvoll: „Dann soll es so sein. Unsere Wege trennen sich also wieder. Ich wünsche euch alles Gute. Auch dir Nekomaru.“


Geschrieben von: Mika
Idee von: Mika
Korrekturgelesen von: May
Veröffentlicht am: 01.08.2017
Zuletzt bearbeitet: 10.09.2021
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